Seit mehr als 20 Jahren
blinkt bei mir im Regal eine LED. So manch eingefleischter Pink Floyd Fan mag sich dabei an den Kopf langen, denn einst blinkte diese LED munter aus dem CD-Schuber der PULSE von 1995 und aus der Masse der CDs im Musikladen heraus.

Natürlich musste ich sie haben, die CD. Und die LED. Irgendwann war natürlich die Batterie leer und ich war neugierig, wie das mit der blinkenden LED wohl „von innen“ aussieht. Ziemlich aufgeräumt, wie ich finde. Und mittlerweile auch inclusive Staub. Und drei Pink Floyd Konzerten.

Pink Floyd – PULSE – 1995

Der Karton-Schuber hat meine Neugierde nicht überlebt, die Lieder sind längst als MP3-Files auf dem Stick und gehören nach wie vor zum Besten, was meine Musiksammlung hergibt. Die LED blinkt noch immer und hat bisher nur einige wenige Batterien verschlissen. Sie hat ihren Platz auf dem „Hitchhiker’s Guide“ von Douglas Adams gefunden. Hat irgendwie was für die Ewigkeit. Ich mag das.

Aber wie macht man das? Wie kriegt man eine LED zum Blinken? Wie geht das? Ist das nicht ziemlich schnurz? Wen interessiert das? Die Welt ist voll von blinkenden LEDs.

Könnte ich das auch?

Auch die letzte Frage hat mich lange nicht interessiert. Alles rund um Elektronik und Strom sind für mich Spanische Dörfer. Bücher mit Sieben Siegeln. Zauberei. Halt was für Nerds und Geeks. Nichts für mich und andere Prioritäten im Leben gibt es sowieso.

Aber ich bin neugierig. Geblieben.

Jahre, viele Jahre später, gibt es plötzlich sowas wie den Arduino. Mehr der Zufall als eine gezielte Suche danach ließ mich darüberstolpern. Mal ausprobieren. Warum nicht. Spielen. Interessant. Nicht teuer und vielleicht dazu geeignet, das ein oder andere der Sieben Siegel aufzubrechen und um nachzusehen, wieviel Zauberei da eigentlich im Spiel ist. Oder eben nicht.

Mit den dazu gefühlt unendlich vielen Tutorials und Einsteigeranleitungen im Internet, war für mich die Hemmschwelle dann doch recht klein geworden, einfach mal loszulegen: ein (original!) Arduino war schnell gekauft, ein Sortiment Widerstände dazu, LEDs und ebenso ein kleines Steckbrett mit Steckverbindern. Im grunde reicht aber der Arduino mitsamt einem USB-Kabel (A/B), denn auf der Platine ist bereits eine LED verbaut, die man über ein Programm ansprechen kann. Die kostenlose Entwicklungsumgebung war schnell installiert. Diese bringt bereits viele Beispielprogramme mit. Eines dieser Beispielprogramme heißt „Blink“ und ist im Zusammenspiel von Hard- und Software der obligatorische „Hallo-Welt“-Einstieg.

Der original Beispielcode steuert die auf dem Arduino fest verbaute LED an. Für eine an Pin_9 mit Vorwiderstand angeschlossene LED sieht der auf das Wesentliche reduzierte Code dann so aus:

Das ist alles. Tausend Millisekunden LED an, 1000ms LED aus. Sekundentakt sozusagen. Nach dem Hochladen des Codes auf den am USB-Kabel angeschlossenen Arduino

blinkt bereits die LED! Das USB-Kabel dient ab sofort nur noch als Energielieferant. Ansonsten kann der Ardunio das nun ganz alleine, auch mit einer anderen geeigneten Stromversorgung und ohne den PC bzw Laptop. Genial.

Arduino – BLINK

„Ich habe Feuer gemacht!“
(Tom Hanks in Cast Away – Verschollen, 2001)

Mit kleinen Änderungen im Code, die quasi in Sekunden durchgeführt sind, lassen sich ausgehend vom einfachen Beispielprogramm die Dinge ändern. Das Rad muß dabei nicht neu erfunden werden. Einfach weitermachen! Wie wäre es, die Frequenz zu vervierfachen?

Zauberei?

Mitnichten:

Ich war begeistert.
Und es ist noch immer so.

Ein Gedanke zu „Blink

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